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bit:plot — Benutzerhandbuch

micro:bit & Co. · aus dem Browser, ohne Server · Daten bleiben lokal
Inhalt
  1. Was ist das und wozu?
  2. Was wird benötigt?
  3. Das Gerät vorbereiten (micro:bit)
  4. Erste Live-Messung Schritt für Schritt
  5. Die Oberfläche im Überblick
  6. Diagrammtypen
  7. Zeitfenster, Zoom, 3D-Drehung
  8. Datenreihen anpassen (Name, Farbe, Sichtbarkeit)
  9. Frühere Daten laden und vergleichen
  10. Tabellenansicht
  11. Vorhersage (Kurvenanpassung)
  12. Speichern (CSV, PNG)
  13. Fehlerbehebung

1. Was ist das und wozu?

bit:plot ist ein im Browser laufendes Messsystem für Experimente im Unterricht: Es zeichnet die Sensordaten eines über USB angeschlossenen Geräts (micro:bit, Arduino, Raspberry Pi Pico…) live, mit dreizehn Diagrammtypen, und kann frühere Messungen auch nachladen und vergleichen. Keine Installation und kein Server nötig: alle Daten bleiben auf deinem Computer, nichts wird ins Internet hochgeladen.

Die Oberfläche gibt es in drei Sprachen (Ungarisch, Englisch, Deutsch) — umschaltbar über das Auswahlmenü oben rechts.

2. Was wird benötigt?

Beim ersten Öffnen kann das Herunterladen der Python-Engine bis zu einer halben Minute dauern (~15–20 MB) — danach startet sie sofort aus dem Browser-Cache.

3. Das Gerät vorbereiten (micro:bit)

Das Gerät muss seine Daten mit 115200 Baud auf den seriellen Port schreiben. Das Programm versteht zwei Formate:

MakeCode-Beispiel (aus Blöcken zusammengesetzt)

Ein benannter Wert (name:wert) — z. B. Temperatur mit dem Block „seriell schreibe Wert“:

MakeCode: dauerhaft — seriell schreibe Wert „temp“ = Temperatur (°C), pausiere 100 ms
Ein Kanal: die unter dem Namen „temp“ gesendete Temperatur (temp:23.5).

Mehrere rohe Zahlen auf einmal (z. B. die X-Y-Z-Achsen des Beschleunigungssensors) — mit dem Block „seriell schreibe Zahl“, als Array:

MakeCode: dauerhaft — seriell schreibe Zahl, Array von Beschleunigung x/y/z (mg), pausiere 100 ms
Drei rohe Zahlen: das Programm übernimmt sie als „Wert 1/2/3“.

MicroPython-Beispiel

from microbit import *

while True:
    print("temperatur:{}".format(temperature()))
    sleep(200)
Bewegst du das Gerät? (z. B. Beschleunigungsmessung) — das USB-Kabel verliert bei Bewegung leicht den Kontakt. Baue dann eine Funkbrücke: der bewegte micro:bit läuft mit Batterie und sendet die Daten per Funk, ein zweiter micro:bit leitet sie über USB im selben name:wert-Format an den Computer weiter.

4. Erste Live-Messung Schritt für Schritt

  1. Verbinde das Gerät mit einem USB-Kabel mit dem Computer.
  2. Klicke auf Verbinden (oben rechts) und wähle das Gerät aus der Popup-Liste (z. B. „mbed Serial Port“ oder „USB Serial Device“).
  3. Klicke auf Messung starten — die Daten werden live gezeichnet.
  4. Am Ende: Messung stoppen. Die Daten bleiben in der Ansicht, bereit zum Speichern oder Auswerten.
Nach dem Verbinden startet die Messung nicht von selbst — du kannst zuerst sogar frühere Daten als Hintergrund laden, und die Live-Messung wird darüber gezeichnet (z. B. „Messung letzter Woche gegen jetzt“).

5. Die Oberfläche im Überblick

Kopfzeile (obere Reihe)

ElementFunktion
Verbinden / Trennen Öffnet/schließt die serielle Verbindung.
Messung starten / stoppen Steuert die Aufzeichnung (erscheint nach dem Verbinden).
Daten… Frühere Messungen laden (aus Datei oder Zwischenablage) und löschen.
Tabelle Die gemessenen Zahlen in einem beweglichen Tabellenfenster.
CSV speichern / PNG speichern Lädt die Daten bzw. das Diagrammbild herunter. Nur aktiv, wenn Daten vorhanden sind.
Sprachauswahl Magyar / English / Deutsch — schaltet alles sofort um.
▲ Bedienelemente und Die Steuerleiste einklappen (mehr Platz fürs Diagramm) bzw. Vollbild — nützlich zum Projizieren und auf Tablets.

Steuerleiste

6. Diagrammtypen

TypWofür
LinieÄnderung einer kontinuierlichen Größe über die Zeit — die Standardansicht.
Punkt + LinieDasselbe, mit markierten Messpunkten — lehrreich bei wenigen Messwerten (man sieht, dass eine Messung eine Folge diskreter Werte ist).
FlächeDie Fläche unter der Linie gefüllt — vermittelt Anhäufung.
StufenIn Sprüngen wechselnde, zustandsartige Daten (Zähler, Schalter).
BalkenWerte als Balken auf der Zeitachse.
Streuung (X–Y)Der Zusammenhang zweier Kanäle (nicht nach Zeit) — Suche nach Zusammenhängen. X und Y aus den Auswahlfeldern der Leiste.
3D-BewegungDie Bahn dreier Kanäle (z. B. die X-Y-Z-Achsen des Beschleunigungssensors) im Raum — mit der Maus drehbar, mit dem Rad zoombar.
HistogrammDie Verteilung der Werte — was häufig, was selten ist.
BoxplotStatistische Zusammenfassung: Min, Quartile, Median, Max, Mittelwert — mit exakten Zahlen.
KreisDer Anteil der Kanäle als Kreissektoren. Mit dem Schalter Berechnung wählbar, ob er den Anteil der letzten Werte, der Summen, der Mittelwerte oder der Messwert- Anzahlen zeigt — beim Ereigniszählen (z. B. Verkehrszählung: das Gerät sendet 1 pro Ereignis als a:1 / b:1) liefert „Summe“ den echten Vergleich der Mengen.
Große ZahlDer Wert eines Kanals als riesige Zahl — Instrumentenmodus, zum Projizieren. Mit dem Schalter Berechnung auch Summe/Mittelwert/Anzahl (z. B. „47 Autos bisher“).
MessbalkenWert(e) als „Thermometer“, mit manuell einstellbarer Skala — ein Balken pro Sensor. Auch hier bietet der Schalter Berechnung Letzter / Summe / Mittelwert / Anzahl (beim Ereigniszählen zeigen die Balken die Mengen).
NetzdiagrammDas „Profil“ mehrerer Kanäle auf einem kreisförmig angeordneten Achsensatz (eine Speiche pro Kanal). Der Schalter Berechnung bestimmt, was jede Speiche zeigt — Letzter / Summe / Mittelwert / Anzahl —, und die gemeinsame Radialskala lässt sich mit den Skala-Feldern festlegen. Am aussagekräftigsten ist es beim Vergleich mehrerer geladener Datensätze (mit „Alle“ in der Auswahl „Daten“): Jede Quelle wird als eigenes Polygon über dasselbe Netz gezeichnet, sodass ein Blick genügt, um zu sehen, worin sich die Messungen unterscheiden. Die Speichen sind die Vereinigung der Kanäle aller Quellen; wo eine Quelle keine Daten für einen Kanal hat, wird ihr Polygon zur Mitte gezogen.
Sonar-Modus: Der Schalter Radar ersetzt das Profil durch eine live polare Abstand–Winkel-Anzeige (wie ein rotierendes Radar/Sonar). Die beiden Kanäle wählst du mit den Auswahlfeldern Entf. und Winkel; der neueste (Abstand, Winkel)-Punkt läuft rundum, 0° (oben) ist der erste gemessene Winkel, die Drehung ist im Uhrzeigersinn. Die Reichweite lässt sich mit dem oberen Skala-Feld festlegen (z. B. 400), sonst ist sie automatisch. Typisches Gerät: ein Ultraschall-Abstandssensor auf einem drehenden Servo, der Abstand,Winkel-Paare sendet.

7. Zeitfenster, Zoom, 3D-Drehung

8. Datenreihen anpassen

Klicke auf den Namen einer Datenreihe in der Legende (unter dem Diagramm) — ein Popup erlaubt:

Im Modus Zwei Achsen öffnet die Schaltfläche „Linke / rechte Achse…“ ein Panel, in dem sich zuordnen lässt, welcher Kanal auf welche Seite kommt — für Daten unterschiedlicher Größenordnung (z. B. Temperatur und Helligkeit zusammen).

9. Frühere Daten laden und vergleichen

  1. Öffne das Panel Daten….
  2. Lade die Messung Aus Datei… (mehrere Dateien wählbar) oder Aus Zwischenablage… (z. B. aus dem micro:bit- Datenprotokoll kopierte CSV).

10. Tabellenansicht

Die Schaltfläche Tabelle zeigt die rohen Zahlen (Zeit + Kanäle) in einem beweglichen, größenveränderbaren Fenster. Ein Klick auf eine Zeile hebt den zugehörigen Punkt im Diagramm mit einem Zeitmarker hervor. Die Zeilenzahl lässt sich begrenzen (20 / 100 / 500 / Alle).

11. Vorhersage (Kurvenanpassung)

In einer Zeitreihenansicht passt das Programm ein Modell an einen gewählten Kanal an und sagt bis zum Doppelten der Messdauer voraus — „was erwarten wir danach?“. Drei Modelle stehen zur Wahl:

Die angepasste Gleichung und das R² (Anpassungsgüte) erscheinen unter dem Diagramm. Beim ersten Einschalten kann das Herunterladen der numerischen Pakete (numpy/scipy) ein bis zwei Minuten dauern — die Messung läuft unterdessen ungestört weiter.

In der Vergleichsansicht („Alle“) gibt es keine Anpassung — fokussiere zuerst einen Datensatz im Auswahlmenü „Daten“.

Zusammen mit dem Schalter Kumuliert passt die Vorhersage die Kurve der laufenden Summe an — die klassische Vorhersage- Kombination: Ereigniszählen + linear ergibt die Rate und die erwartete Gesamtsumme zu einem bestimmten Zeitpunkt; die sättigende Fallzahl (kumuliert) + logistisch schätzt das Plateau (Gesamtfallzahl), wie bei Epidemiekurven.

12. Speichern (CSV, PNG)

13. Fehlerbehebung

SymptomLösung
Beim Verbinden erscheint das Gerät nicht. Prüfe das Kabel (es gibt „Nur-Lade“-Kabel, die keine Daten übertragen!). Probiere einen anderen USB-Port. Aktualisiere beim micro:bit die Firmware, falls sie sehr alt ist.
„Port konnte nicht geöffnet werden — vielleicht nutzt ihn ein anderes Programm.“ Schließe die serielle Konsole des MakeCode/Mu-Editors oder den anderen Browser-Tab, der mit dem Gerät verbunden ist, und versuche es erneut.
„Das Gerät ist verschwunden — die USB-Verbindung wurde unterbrochen.“ Kontaktfehler: Bewegung hat die USB-Verbindung unterbrochen. Prüfe den Stecker; für bewegte Messungen eine Funkbrücke verwenden (Kapitel 3).
Daten kommen an, aber es wird nichts gezeichnet. Prüfe das Format: pro Zeile name:wert oder eine rohe Zahl, mit 115200 Baud. Die Tabellenansicht zeigt, was das Programm erkannt hat.
Keine Schaltfläche für die Live-Messung / „Web Serial: nicht unterstützt“. Die Live-Messung braucht Chrome oder Edge. Laden und Auswerten funktioniert auch in anderen Browsern.
Die Oberfläche verhält sich nach einem Update seltsam. Erzwungenes Neuladen: Strg+F5 (der Browser kann die alte Version im Cache behalten).